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Du bist das Licht

Aus der Ankündigung der Konzerte 2006:

Du bist das Licht

Licht – Bedingung und Vollendung aller Lebendigkeit, Sinnbild des Schöpfers, Glanz dieser Welt und der Welt, die kommt. Der christliche Glaube sieht Christus selber als Lichtschein Gottes (“Licht vom Licht”) und als Verkünder des Lichtes, das die Schatten unserer Existenz umfängt, durchdringt und aufklärt.

Licht war immer wieder Thema von Kompositionen: der Hymnus Laudent Deum omnes creationes aus dem Ägypten des 4. Jh. besingt die lichttragenden Sterne. Du schenkst das Licht sagt Hildegard von Bingen und der spätmittelalterliche Dufay preist das Licht O Lux beata. Im Programm auch Beispiele für hoch- und spätbarocke “Licht-Kompositionen”: Pachelbel mit der Choralpartita über Was Gott tut, das ist wohlgetan, hier besonders die Zeile Er ist mein Licht, meine Leben und der geniale Bach-Sohn Wilhelm Friedemann mit einer Choralbearbeitung über Christe, der du bist Tag und Licht.

In der mystischen Schau offenbart sich Gott inmitten des Dunkel dem geistigen Auge als lichter Horizont oder gleißender Strahl. Mystiker in christlicher Tradition (wie Hildegard von Bingen) oder des Islam (so Ibn`Attar) künden von diesem Licht in einer Fülle von Bildern: von Geistesfeuer, Tag, Sonne, Mond, Stern, Schein, Kerze und Glanz ist die Rede. Die Nähe dieses Sufi-Meisters zu Hildegard von Bingen aber auch zum Psalmisten (Ps.139) verdeutlichen uns die Nähe der drei großen Religionen aus dem Erbe Abrahams. Ostwind, das Solostück zwischen den beiden Teilen des Attar-Hymnus erinnert an japanische Shakuhachi-Klänge – eine Öffnung des Programms, weit über die Grenzen europäischen Musikhörens hinaus. Es ist als Gruß an den zeitgenössischen japanischen Komponisten Somei Satoh gemeint.

Durchwoben wird das Programm vom Glitzern und Farbenspiel der Sonaten von Fontana und Merula mit ihren ständigen Wechseln von Tempo und Affekt sowie den virtuosen Folia-Variationen von Vivaldi.