Sie sind Hier:

Musica Tre Fontane> CDs> LUX VITA EST> Booklet LUX VITA EST>
Booklet LUX VITA EST
[Booklet LUX VITA EST]

Auszüge aus dem Booklet:

Die Musik und die Texte dieser CD entstanden aus Geistlichen Musiken zum Thema „Licht“. Sie können helfen, den inneren Raum zu bereiten und empfänglich zu werden für die schöpferische Dimension des Lichtes: Licht – Bedingung und Vollendung aller Lebendigkeit, Sinnbild des Schöpfers, Glanz dieser Welt und der Welt, die kommt
 

Music and words in this recording were derived from spiritual concerts focusing on the subject of LIGHT. This music is intended to help create within us the readiness to perceive the creative dimension of light: light, being the pre-condition of all life, the symbol of the creator, the radiance of this world and of the world to come.

La musique et les textes de ce CD - tous centré autour du thème de la lumière - peuvent nous aider à nous préparer spirituellement à être sensible à la dimension créatrice de la lumière. La lumière: c'est la condition d'être de toute vie et de son accomplissement, reflet du Créateur, lumière du monde à avenir.

Guillaume Dufay
um 1397 - 1474

O lux beata trinitas
Hymnus
Blockflöten (Tenor c’, Bass g, Bass f Renaissance 465)

 

Der dreistimmige Hymnus O Lux Beata Trinitas entstammt der um 1450 begonnenen Hymnen- und Motettensammlung (Modena, Bibl. Estense) von Guillaume Dufay. In ihm wird das Licht, die Klarheit der Trinität besungen. Die Komposition hat liturgische Funktion im Stundengebet, der Vesper.
Die Choralweise liegt in verzierter Form in der obersten Stimme, im Diskant. Mit den beiden unteren Stimmen, deren jeweils tiefste Töne einen „Kombinationsbass“ als Fundamentalstimme bilden, ergeben sich hier und da sog. Fauxbourdon-Klänge durch gemeinsame Fortschreitungen in Terzen und Sexten. Die Verzierungsformeln für die Zeilenschlüsse sind durchweg sog. Unterterzklauseln.

Renate Kelletat

Licht-Spiel
Tanz (2007)
Blockflöten (3 Alt f‘ Renaissance 440)

 

Licht-Spiel, ein Tanz, im mittelalterlichen Gewand, stellt wie ein Kaleidoskop durch Spiegelungen und Brechungen unterschiedliche, immer neue Aspekte einer Grundbewegung her. Einstimmigkeit löst sich auf in mehrstimmige Klänge, die zum Unisono zurückkehren.

Wilh. Friedemann Bach
1710 -1784

Christe, der du bist Tag und Licht
Choralbearbeitung
Cembalo

Dietrich Buxtehude
1637 - 1707

Wie schön leuchtet der Morgenstern
Choralbearbeitung BuxWV 223
Cembalo

 

Wilhelm Friedemann Bach, der älteste Bach-Sohn, gab sein Organistenamt an der Kirche Unser lieben Frauen in Halle an der Saale auf. Er fühlte sich eingeengt und ging als freischaffender Künstler nach Berlin. Hier bewundert man ihn, rühmt überschwänglich seine Kunst der Improvisation an der Orgel und am Cembalo. Er improvisiert nicht „modern“ sondern er spielt traditionell im „harmonischen Kontrapunkt“, dies auch, wenn in seinen Kompositionen chromatische Rückungen und Septimen eine Lockerung der Form versuchen.
In seiner „Orgelprobe“ sagt der Organist und Musiktheoretiker Andreas Werckmeister, ein Freund des Marienorganisten in Lübeck, Dietrich Buxtehude, „wie durch Ausweis und Hülfe des Monochordi ein Clavier wohl zu temperieren und zu stimmen sei“. Im Vokabular gibt es reine natürlich-harmonische „Klangterzen“ und pythagoreische „Spannungsterzen“, echte Chromatik, Enharmonik, Charakteristik der Tonarten. Dietrich Buxtehude schöpft dies Vokabular aus, leidenschaftlich.
Zwei Choralbearbeitungen, gespielt auf dem Cembalo: Gegen Anfang des Programms, von Wilhelm Friedemann Bach ein Christushymnus, Christe der Du bist Tag und Licht (EG 633). Luther übersetzte 1526 den Hymnus Christe qui lux es et dies (6.Jh.). Gegen Schluss ein Hochgesang der Liebe zu Jesus, Wie schön leuchtet der Morgenstern (EG 70), in einer Choralbearbeitung von Dietrich Buxtehude. Philipp Nicolai, Hauptpastor an St. Katharinen in Hamburg, dichtete den Text und vertonte ihn (1599). 

Anonymus
(3.Jh.)

Laudent Deum omnes creationes
Hymnus mit Ornamentation (2003)
Blockflöte (Tenor c’ Renaissance 465)

 

In Oxyrhynchos, einer rund 200 km südwestlich von Kairo gelegenen historischen Stätte (heute Al Bahnasa), haben sich durch meteorologisch-geologische Besonderheiten Tausende von Papyrusresten in den Müllhalden der antiken Stadt erhalten, die erst zum kleinen Teil aufbereitet sind. Unter den wichtigen Funden sind griechische Texte von Euklid, Euripides, Pindar, Sophokles u.a. und auch viele frühchristliche Texte, z.B. das Thomasevangelium. Auf der Rückseite einer Getreiderechnung fand man das älteste datierbare Stück christlicher Musik, aus der 1. Hälfte des 3.Jh. (an einigen Stellen unleserlich aber ergänzbar), einen Hymnus, den sog. Oxyrhynchos-Hymnus, der die ganze Schöpfung, auch die lichttragenden Sterne, aufruft, Gott zu preisen. Die Notation verdeutlicht, dass es sich um einstimmige Musik handelt. Die schöne Melodie wird hier ergänzt und mit Diminutionen verziert.

    Alle herrlichen Schöpfungen Gottes zusammen
    sollen nicht schweigen, und auch die lichttragenden Sterne sollen nicht zurückstehen.
    Alle die rauschenden Ströme sollen preisen unseren Vater und Sohn und Heiligen Geist,
    alle Mächte sollen einstimmen: Amen, Amen!
    Macht und Preis und Ehre
    dem alleinigen Geber alles Guten. Amen, Amen

Hildegard von Bingen
1098 – 1179

O Ignis Spiritus Paracliti
Sequenz 
Singstimme (Alt)

 

Im Jahr 1150 schloss Hildegard von Bingen die Symphonie der Harmonie himmlischer Offenbarungen ab, eine Sammlung von 77 Gesängen und einem geistlichen Drama, die einen liturgischen Zyklus für das Kirchenjahr bildet. Hieraus stammt der Gesang O Ignis Spiritus Paraclitus, der das Licht „Geschenk des tröstenden Geistes“ nennt.

    O ignis spiritus paracliti, vita vite omnis creature, sanctus es vivificando formas.
    Sanctus es ungendo periculose fractos; sanctus es tergendo fetida vulnera.
    O fons purissimus in quo consideratur quod Deus alienos colligit et perditos requirit.
    Custodi eos qui carcerati sunt ab inimico, et solve ligatos quos divina vis salvare vult.
    De te nubes fluunt, ether volat, lapides humorem habent,
    aque rivulos educunt, et terra viriditatem sudat.
    Unde laus tibi sit, qui es sonus laudis, et gaudium vite, spes et honor fortissimus
    dans premia lucis.

Giovanni Battista Fontana
† 1630

Sonata Undecima
Blockflöten (2 Sopran c“ Frühbarock 415), Cembalo

 

Die Sonata Undecima stammt aus dem Sammelwerk des Giovanni Battista Fontana Sonate a 1. 2. 3. per il Violino, o Cornetto, Fagotto, Chitarone, Violoncino o simile altro Istrumento, gedruckt in Venedig 1641 (also 10 Jahre nach dem Tode des Komponisten). Sie ist eine Triosonate in der Kombination zweier gleich hoher Diskantstimmen, einer tiefen Fundamentalstimme und einem Geflecht von Akkorden, das improvisiert wird nach stenographisch notierten Anweisungen. Das Darstellen der Affekte ist in dieser Zeit ein Hauptanliegen der musikalischen Kunst. Passagen von virtuosem Feuerwerk und solche von großer Innigkeit wechseln einander ab. Die Stimmen monologisieren, duettieren, imitieren sich und tanzen, einzeln und zusammen.

Anonymus

Lux fulgebit hodie
Gregorianik mit Ornamentation (2001)
Blockflöte (Alt g‘, Renaissance 465), 3 Singstimmen

 

Der Introitus Lux fulgebit hodie feiert das Himmelslicht der Heiligen Nacht.
In der hier verwendeten Form ist er einem Bestand ungarischer Handschriften entnommen. 
Dem monodischen Gesang, der beim liturgischen Gebrauch schon im 14./15. Jh. mit Mehrstimmigem alternierte, wird hier eine Kommentierung zu seiner musikalischen und textlichen Aussage hinzugefügt: der einstimmige Gesang der drei Stimmen wechselt mit den ornamentierenden Kommentaren der Soloflöte ab.

    Lux fulgebit hodie super nos, quia natus est nobis dominus, et vocabitur :
    Admirabilis, Deus, Princeps pacis, Pater futuri saeculi, cuius regni non erit finis.
    Dominus regnavit decorem induit, induit dominus fortitudinem et praecinxit se virtute.
    Gloria Patri et Filio ...

Johann Sebastian Bach
1685 - 1750

Sonate B-dur
  nach Sonate G-dur BWV 1039
Blockflöten (2 Alt f’ Barock 415), Cembalo

 

Die Sonate B-dur von Johann Sebastian Bach ist eine Transkription der Sonate G (BWV 1039), die wohl die erste Fassung der 1. Sonate für Gambe und Cembalo ist. Ihrer Form nach ist sie eine Kirchensonate mit der Satzfolge langsam-schnell-langsam-schnell.

Natürlich ist es eine Frage, ob man Musik, die für bestimmte Instrumente geschrieben wurde, auch auf anderen Instrumenten spielen darf. Das kann man wohl nur im konkreten Fall beantworten. Wenn es sogar Bach möglich ist, eine Sonate für zwei Traversflöten, ein Bassinstrument und ein Cembalo zu schreiben und sie dann auch einer Gambe mit einem Cembalo zu überlassen, sollte dieselbe Sonate nicht auch von zwei Blockflöten und einem Cembalo gespielt werden können?

Übrig bleibt die Frage der musikalischen Temperatur. Diese entfällt im Fall der beiden anderen Sonaten von Fontana und Purcell – in der vom Komponisten gewählten Tonart erlaubt der Umfang der Melodiestimmen das Spiel auf frühbarocken Sopranflöten bei Fontana und auf Voice Flûtes bei Purcell. 

Renate Kelletat

Du bist das Licht
aus: Lieder auf Texte östlicher Mystik (2003)
Hymnus
Singstimme, Blockflöte (Tenor c‘, Renaissance 465)

 

Aus dem Lobgesang von ´Attar, Erhabner Gott, Du, Einer, ohnegleichen (in einer Übersetzung von Annemarie Schimmel), ist der Text, die zweimal sieben Verse der beiden Lieder Du bist das Licht, ausgewählt. In der mystischen Schau offenbart sich Gott inmitten des Dunkels dem geistigen Auge. Von Geistesfeuer, Tag, Sonne, Stern, Schein, Kerze und Glanz ist die Rede und von der Herkunft des Menschen aus dem göttlichen Licht.
Die Verse sind vertont als Bicinien für Singstimme und Flöte. Textabhängige Modi und rhetorische Figuren verdeutlichen die Aussagen des Textes.

    Für alles, was geschaffen, bist Du Licht, nur Du verleihst dem Auge seine Sicht.
    Wie schön ! Die Welt erhellt von Deinem Schein, der Mensch geformt von Deinem Widerschein!
    Du bist das Licht, das in den sieben Sphären um diesen Erdball kreist, in stetem Währen.
    Du bist das Licht, das strahlt im Sonnenglanze, wodurch der Teil ist ewig und das Ganze.
    Du bist das Licht, das Mond und Stern bewohnt, verloren sind vor ihm so Stern wie Mond.
    Du bist die Sonne, und in Deiner Nähe bin ich wie Schatten, wenn ich bei Dir stehe.
    Nein, auch den Schatten machst Du noch zunicht, wenn Du verströmest je Dein ew‘ges Licht.

    Du bist das Ende und auch das Beginnen, das Außen, o Erhab’ner, und das Innen.
    Die Seelen stammen, Freund, von Deinem Strahle, Du bist der Kern, das andre ist die Schale.
    Nur Namen hat die Welt von Dir, kein Zeichen; nicht kann Dich schauender Verstand erreichen.
    Verborgen dem Verstand, sichtbar im Sein, zeigst Du den Abglanz Deines Wesens rein.
    Wie schön zeigst Du im „Sei!“ Dein Angesicht und hüllst die sieben Sphären in Dein Licht.
    Wie schön! O Sprechender! Gibst Lipp‘ und Mund – Du bist so klar und doch verhüllt im Grund.
    Du bist das Licht, den Wandrern helle Kerzen, und großer Glanz für alle Menschenherzen…

Ibn `Attar Allah, Persien, , †1220  
Übersetzung Annemarie Schimmel

Renate Kelletat

Schatten
1998
Blockflöte (Bass g Renaissance 465)

 

In Schatten wird der Tonraum zwischen h und e ausgeleuchtet. Aus einer gregorianischen Melodie, deren erster und dritter Teil mit h und deren zweiter und vierter Teil mit e enden, entwickelt sich mit den beiden Tönen ein Spiel, das überwiegend Fragen enthält -- Fragen, die mit einem Sekundschritt aufwärts, ganz sachlich, gestellt sind, aber auch solche, die auf eine Antwort dringen, durch einen Quintsprung aufwärts oder einen Quartsprung abwärts. Auch solche, die wie klagende Ausrufe wirken, z.B. durch eine abwärts fallende große Terz -- auf einen Ton, der das e verfärbt in es. Als die Fragen schneller aufeinander folgen und unfreundlicher werden, durch „harte“ Sprünge, verwandelt sich das h immer wieder in b; es scheitert beim Versuch, diesen Schritt zu korrigieren. Übrig bleibt eine abgebrochene und noch einmal langsam wiederholte Frage, die auf einem es stehen bleibt, das vom b im Quintsprung abwärts erreicht wurde, was wie eine Pervertierung der anfänglich problemlosen Beziehung zwischen h und e wirkt.
Nach der einzigen Pause in den vier Minuten erscheint eine Phrase, die es vorher schon einmal gab -- bevor das h zu b und das e zu es wurde -- die eine große Aufwärtsbewegung um eine Oktave macht über zwei erhöhte Töne cis und fis und auf h endet. Zwar wird noch einmal, fast geflüstert, b wiederholt, aber die Phrase fängt sich auf e, und in der wiedergefundenen gregorianischen Melodie gibt es nur noch h und e.

Henry Purcel
1659 – 1695l

Sonata VIII
aus: Sonatas of III Parts (1683)                        
Allegro Poco largo Allegro Grave Vivace
Blockflöten (2 Voiceflûtes 415) und Cembalo

 

In der Vorrede zu seiner Ausgabe der Sonatas of III Parts erklärt Henry Purcell „To The Reader“, dass er versucht habe, sich den berühmtesten italienischen Meistern anzugleichen, deren Sonaten zur gleichen Zeit entstanden (z.B. Corelli).
Purcells Sonatensätze in ihrer lieblich barocken Farbigkeit gehen oft ineinander über. Der Satzwechsel ist dann zu erkennen an der Veränderung in Affekt und Tempo. Diese Triosonaten gehören in ihrer vollendeten Schönheit zum Besten, was in jener Zeit geschrieben wurde. Sie vereinen die typisch italienisch-barocke Polarität von Stimme und Bass mit der polyphonen Tradition der Zeit davor.

Renate Kelletat

Lux Sapientiae
Oekumenisches Zusammenspiel
    jüdischer, christlicher und islamischer Mystik:
Hasanim, Antiphonen, Texte der Mystik (2009)
Sprechstimme, Singstimmen, Blockflöten (Alt g, Alt f, 2 Tenöre c Renaissance 465)

 

Lux Sapientiae ist das Motto für einen Zusammenklang jüdischer, christlicher und muslimischer Elemente. Aus einer (einstimmigen) Hasanuth, einem jüdischen, synagogalen Sologesang, entwickelt sich ein psalmodierender Dialog zwischen zwei tiefen Flöten, denen sich eine weitere beigesellt. Wie aus einem anderen Raum kommt eine Antiphon aus dem Ritus der mozarabischen Kirche im muslimischen Spanien des 12.Jh. mit Worten des Ps.139:
Si ascendero in caelum… (Wenn ich in den Himmel aufstiege,… Du wärest da ):

    Si ascendero in caelum, Domine, tu ibi es. 
    Et si descendero in infernum ades
    Mitte manum tuam, Domine,
    libera me ex inferno inferiore.

Eine zweite, diesmal ostjüdische Hasanuth, von zwei Flöten unisono gespielt, leitet über zu einer Kombination der ersten Hasanuth mit einem (von Annemarie Schimmel übersetzten) Text der islamischen Mystik:

    Ich suche Dich, im Herzen, in der Seele
    kein Hauch, da mir das Dein-Gedenken fehle. Du wohnst in meinem Herzen immer drinnen ich bin die Schale, Du der Kern tief innen.

Wie eine Betrachtung dieses Textes wirkt die frühmittelalterliche Antiphon:

    O Sapientia, quae ex ore Altissimi prodisti…(O Weisheit, die aus dem Munde des Höchsten hervorgeht…).
    O Sapientia, quae ex ore Altissimi prodisti attingens a fine usque ad finem fortiter suaviter disponensque omnia, veni ad docendum nos viam prudentiae. 

Die ostjüdische Hasanuth wird erweitert und führt zum frühmittelalterlichen Vesper-Hymnus Exultet caelum (Möge der Himmel jubeln…), in den ein mittelalterliches Lied mit Diminutionen eingewoben ist. 

    Exultet caelum laudibus! Resultet terra gaudiis!
    Apostulorum gloriam sacra canunt solemnia.
    Vos secli justi judices et vera mundi lumina. 
    Möge der Himmel jubeln in Lobgesängen!
    Möge vor Freude das Echo auf der Erde widerhallen!
    Festlich feiern wir mit Gesang den Ruhm der Apostel.
    Ihr, redliche Richter der Zeit und wahres Licht der Welt.

Die Sprechstimme bestätigt mit Textzeilen aus dem begonnenen islamischen Text: 

    Durch Deine Gnade gabst Du Hoffnung mir --
    vereine mich in Liebe nun mit Dir! 
    Vereinigung nur wünsche ich von Dir,
    dass Herz und Seele leuchtend werden mir.
    Die ostjüdische Hasanuth (in ihrer ersten Form) beendet das ökumenische Zusammenspiel.

Renate Kelletat

Two upon a Ground
Divisions (2008)
Blockflöten (2 Voiceflûtes d‘ Barock 415), Cembalo

 

Two Upon a Ground: Thomas Mace, ein englischer Theoretiker des 17.Jh., schreibt in Musick’s Monument (1676):
Der 'Ground' ist eine Folge von langsamen, gewichtigen und würdevollen Noten, über die (nachdem sie ein- oder zweimal auf schlichte Weise gespielt worden ist) jemand, der über gute Einfälle und eine sichere Hand verfügt, es unternimmt, Divisions zu spielen, und das immer wieder, bis er seinen Einfallsreichtum und seine technischen Fähigkeiten gezeigt hat.“

Die Divisions, die in der Musik so sehr gefallen, haben eine Ähnlichkeit mit dem Glitzern des Lichts, wenn Mondstrahlen auf einer Welle spielen.
Francis Bacon, Sylva sylvarum, London 1627